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FÖJ - Schluss mit Abhängen. Entwickle dich weiter!

Anfang September: mein Einsatzstellenbetreuer redet seit fünf Minuten auf mich ein und ich nicke ihm nur lächelnd zu. Hätte ich doch vorher nur einen Einführungskurs in die sächsische Sprache belegt. Wer bringt schon „rammeln“ mit Arbeit in Verbindung? Wer sagt schon „drei-viertel 8“ anstatt „viertel vor acht“? Ich jedenfalls nicht.

Jonathan Pforr hält ein neugeborenes Zackelschaf im Arm. Die Frage Zippe oder Bock ist zu klären (Foto: Maxime Schnieders).
Jonathan Pforr hält ein neugeborenes Zackelschaf im Arm. Die Frage Zippe oder Bock ist zu klären (Foto: Maxime Schnieders).

Seit dem 01. September 2011 absolviere ich mit 24 anderen Jugendlichen ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) beim Träger Naturförderungsgesellschaft Ökologische Station Borna-Birkenhain e.V.. In meiner Einsatzstelle, der Landschaftspflege und Schafzucht, habe ich bisher viele Erfahrungen gesammelt, indem ich mich zahlreichen Aufgaben stellte. Ob Koppelbau, Schafe treiben oder Biotoppflege-die Arbeit ist sehr anstrengend, bereitet aber dennoch eine Menge Spaß. In der Schafhaltung erlebt man immer wieder Überraschungen. Wenn zum Beispiel nach dessen Geburt, das Lamm nicht wie normalerweise üblich der Mutter folgt, sondern meinem Einsatzstellenbetreuer, gibt es viel zu lachen. Diese leichte Fehlprägung legte sich allerdings schnell, sodass wir weiterhin unserer Arbeit nachgehen konnten.

In der Auffangstation für verletzte Wildtiere, ein weiterer Einsatzstellenbereich direkt in der Ökologischen Station, gab es in den letzten Monaten viel zu tun, denn die dort einquartierten Igel mussten versorgt, gefüttert und behandelt werden. Aber auch andere Tiere, wie beispielsweise ein „suizidgefährdeter“ Waldkauz, der am Straßenrand der B95 saß, ein abgemagerter, flugunfähiger Schwan oder die in der Außenvoliere lebenden Uhus, gestalten den Alltag abwechslungsreich. Durch das Vorstellen von Igeln und anderen Patienten, können die Kinder beim Besuch der Pflegestation ihr aus den Umweltbildungsprogrammen erlerntes Wissen praktisch nachempfinden.

Während des zweistündigen Programms werden die Kinder für Umweltthemen begeistert. Sie lernen auf spielerische Art und Weise das Leben des Maulwurfs oder der Fledermaus kennen. Doch nicht nur Schulkinder, sondern auch die Kleineren aus der Waldspielgruppe im Alter von drei bis sechs Jahren fordern die Aufmerksamkeit der Umweltbildner. Da sind teilweise starke Nerven gefragt. Wenn der Terminkalender einmal nicht ganz gefüllt sein sollte, beschäftigen sich die Mitarbeiter mit der Erarbeitung neuer, umfangreicher Projekte.

Wie man sieht kann das FÖJ durch seine Vielfalt für jeden interessant sein.

 

Ende Februar: ich rede seit fünf Minuten auf meinen Einsatzstellenbetreuer ein und er nickt mir nur lächelnd zu. Inzwischen gibt es keine Verständigungsschwierigkeiten mehr und ich bin durchaus in der Lage mich verbal in seinem Dialekt zu äußern. Wir diskutieren über meine Abwesenheit am kommenden Mittwoch, da ich an diesem Tag unser nächstes Seminar vorbereiten werde. Während des FÖJ finden fünf einwöchige Bildungsfahrten statt, bei denen Themen des Umwelt- und Naturschutzes vertieft werden. Jeder FÖJ-ler muss einer dieser Fahrten mitorganisieren, wodurch das eigenständige Arbeiten geübt und das Verantwortungsbewusstsein gestärkt wird.

Empfehlen würde ich das FÖJ allen, die noch nicht wissen, was sie nach der Schule machen möchten, die neue praktische Erfahrungen sammeln wollen oder die einen Einblick in einen „grünen“ Beruf erlangen möchten. 

 

FÖJ-ler der Naturförderungsgesellschaft Ökologische Station Borna-Birkenhain e.V.

Jonathan Pforr, Svenja Ladda und Maxime Schnieders

 

 

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