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Beliebte Gartenpflanze ist Heilpflanze des Jahres 2009

Dank ihres Blütenreichtums und ihrer langen Blühdauer kommt die Ringelblume in vielen Gärten vor. Meist ab Juni entfaltet sie ihre Blütenkörbchen, deren Farben zwischen hellem Gelb und kräftigem Orange variieren. Ihre Blütenpracht hält den ganzen Sommer bis zum Herbst an. Zu den häufigen Blütenbesuchern zählen Wildbienen und Schwebfliegen.

Für den Menschen bietet die Ringelblume neben ihrem dekorativen Aussehen Vorteile als Heilpflanze. Ihre positive Wirkung bei schlecht heilenden Wunden einschließlich Verbrennungen und Ekzemen ist wissenschaftlich belegt. Bekannt ist vor allem die Ringelblumensalbe, die man mit relativ einfachen Mitteln selbst herstellen oder aber kaufen kann. Genutzt werden die Ringelblumenblüten bzw. die frisch getrockneten Zungenblüten, da diese den höchsten Gehalt an wertvollen Inhaltsstoffen aufweisen. Auch in der Kosmetikindustrie finden Ringelblumenextrakte Verwendung. Weiterhin wird die Ringelblume traditionell als Tee oder in Arzneimitteln bei Magen-Darm-Beschwerden genutzt. Auf das Nervensystem wirkt sie beruhigend. Ihre Nutzung als Heilpflanze reicht bis zu den frühen indischen und arabischen Kulturen sowie den alten Griechen und Römern zurück. Seit langem ist sie für ihre heilende, desinfizierende und entgiftende Wirkung bekannt. Über mehrere Jahrhunderte schätzten Bauern die Ringelblume für die Wettervorhersage. Waren die Blüten bereits am frühen Morgen geöffnet, so versprach dies ein schöner Tag zu werden. Bereits in früheren Zeiten nutzte man die carotinhaltigen Blüten als Lebensmittelfarbe. Sie färben Käse, Butter und Kuchen gelb.

Die Garten-Ringelblume ist recht anspruchslos. Die Samen der einjährigen Pflanze werden im Frühjahr in den Boden gebracht. Ist die Art einmal im Garten vorhanden, sät sie sich auch selbst wieder aus. Ihre 20 cm lange Pfahlwurzel sorgt für eine tiefe Durchlockerung der Erde. Nährstoffe werden gebunden und so der Boden vor Auswaschung bewahrt. Wächst sie am Rand von Gemüsebeeten, wehrt sie Schädlinge wie Fadenwürmer ab. Es gibt also zahlreiche gute Gründe für eine Aussaat.

Heimat der Garten-Ringelblume ist das Mittelmeergebiet. Heute wird sie als Arzneipflanze fast weltweit angebaut. Ursprünglich in Mitteleuropa zu Hause war nur die Acker-Ringelblume. Diese benötigt lockeren, steinig-sandigen Lehmboden in klimatisch begünstigten Gebieten. So besiedelt sie zum Beispiel Weinberge. Im Gegensatz zur Garten-Ringelblume kommt sie in Deutschland jedoch nur noch selten vor.


Annett Bellmann
NFG Ökologische Station Borna-Birkenhain e.V.

 

 

 

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