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Gänsesäger - schmucke Wintergäste in unserer Region

Seit Ende Oktober sind wieder zahlreiche gefiederte Wintergäste in unserer Region eingetroffen. Zu ihnen gehört der Gänsesäger. Tiere dieser Art können derzeit mit etwas Glück auf Flüssen oder auf größeren Seen beobachtet werden. Dank ihres weiß leuchtenden Gefieders sind besonders die männlichen Gänsesäger gut von anderen Wasservögeln zu unterscheiden.

Gänsesäger in Gemeinschaft mit Stockenten
Gänsesäger in Gemeinschaft mit Stockenten

Brutvorkommen des Gänsesägers konzentrieren sich auf Island, Großbritannien, Skandinavien und den nordwestlichen Bereich Russlands. Ein Teil der Tiere überwintert in Mittel- und Westeuropa, vor allem an küstennahen Gewässern Norddeutschlands, Dänemarks und der Niederlande. Bei uns gelangen in diesem Winter unter anderem Beobachtungen auf der Weißen Elster und auf den Tagebaurestlöchern Werben und Haselbach. Gänsesäger ernähren sich überwiegend von Fischen, die eine Größe von 5-10 cm Länge aufweisen. Ihr roter Schnabel besitzt schmale, spitze Hornzähne, womit die glitschige Beute gegriffen und festgehalten wird. Die Schnabelspitze ist hakenförmig gebogen. Dem sägeartigen Schnabel verdankt die Artengruppe auch ihren Namen. Von den drei in Europa heimischen Sägerarten stellt der Gänsesäger die größte Art dar. Mittelsäger und Zwergsäger gehören zu seiner nahen Verwandtschaft. Mit einer Größe von 66 cm steht der Gänsesäger hinsichtlich seiner Größe zwischen Stockente und Gans. Männchen besitzen zur Balzzeit, die bereits im Winterquartier beginnt, einen tief dunkelgrünen Hals und Kopf. Die schwarzen Vorderrücken und Schultern heben sich deutlich vom ansonsten weißen Körper ab. Zum Winterbeginn sind die Unterseite und Flanken schwach lachsfarben. Beim Weibchen sind Kopf-, Nacken- und Halsgefieder rötlichbraun. Insgesamt fallen die Weibchen durch ihr überwiegend hell- bis dunkelgraues Gefieder weniger auf.

Auf dem Wasser schwimmend, haben Gänsesäger häufig den Kopf unter Wasser, um nach Nahrung Ausschau zu halten. Die Tiere können aber auch bis in 10 m Tiefe tauchen. In früheren Zeiten nutzte man Gänsesäger erfolgreich zum Fischfang. Gefangene Tiere wurden am Fliegen gehindert und auf Fischteichen ausgesetzt. Hier trieben sie die, vor ihnen ausweichenden Fische in vorbereitete Reusen.

Der Heimzug ins Brutgebiet setzt Ende Februar/ Anfang März ein. Einzelne Tiere bleiben aber auch in Sachsen. An der Neiße und der Elbe sind Brutvorkommen von 10-15 Paaren bekannt. Neben möglichst nährstoffarmen Gewässern ist das Vorhandensein von Ufergehölzen von Bedeutung. Zur Brut sind die Tiere auf Baumhöhlen bzw. vergleichbare Angebote angewiesen. Während der Brutzeit verhalten sich die Tiere sehr unauffällig. Meist entdeckt man sie erst, wenn die Weibchen eine Schar von Jungen führen. Beobachtungen von Gänsesägern sind also jetzt zur Winterzeit wesentlich einfacher möglich. In diesem Zusammenhang wünschen Ihnen die Mitarbeiter der Naturförderungsgesellschaft Ökologische Station Borna-Birkenhain e.V. während der freien Tage zum Jahreswechsel interessante Naturerlebnisse sowie alles Gute für das Jahr 2010.

 

Annett Bellmann

NFG Ökologische Station Borna-Birkenhain e.V.

 

 

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