Einsatzstellenbericht von Elisabeth Schumann (FÖJ´lerin der Auwaldstation 2016-2017)

Die Natur bereitet sich auf den Winter vor und mit ihr die Grundschüler Leipzigs.
Es ist nicht mehr zu leugnen – der Herbst ist in vollem Gange. Gestern haben wir den ersten Raureif auf dem Luppedamm festgestellt. Der Winter ist nun auch nicht mehr fern. Wir Menschen ziehen uns warme Jacken und Pullover an, kuscheln uns im gemütlichen Wohnzimmersessel in mehrere Decken ein und wärmen uns nach einem langen Spaziergang mit einer heißen Tasse Tee wieder auf. Auch die Tiere und Pflanzen haben ihre Methoden entwickelt, den kühleren Temperaturen und eisigen Herbst-und Winterstürmen zu trotzen. So verlieren zum Beispiel die Bäume zum Schutz vorm Verdursten ihre Blätter, da sie das gefrorene Wasser nicht aus dem Boden aufnehmen können. Die Tiere ziehen entweder in den Süden, halten Winterruhe wie das Eichhörnchen oder Winterschlaf wie der Igel und einige, wie Rehe oder Wildschwein bleiben aktiv.
Den ganzen Winter im Bett zu verbringen klingt vielleicht verlockend, aber viel spannender ist es doch, auch in der kalten Jahreszeit durch den Wald zu spazieren und auf einer ereignisreichen Exkursion noch mehr über die Natur im Winter und die Überwinterungsstrategien der Tiere zu erfahren. Wer denkt, dass im Herbst und Winter alles grau, trist und langweilig ist, der hat sich getäuscht. Die Auwaldstation hat auch im Winter interessante Angebote für Kinder und Jugendliche. Beim Programm Natur im Winter erfahren die Kinder bei einem wissenswerten Rundgang durch den Leipziger Auwald viele spannende Informationen über die erstaunlichen Fähigkeiten der Tiere und Pflanzen den kalten Winter zu überstehen. Zur Auflockerung der Exkursion und Festigung des neu Erlernten werden verschiedene Spiele eingebaut. So zum Beispiel das Eichhörnchenspiel, beidem die Kinder ganz in Eichhörnchen-Manier Eicheln verstecken müssen um diese anschließend in kurzer Zeit portionsweise wieder zu finden. Mit diesem Spiel lernen die Kinder das Verhalten der Winterruhe haltenden Kleinsäuger kennen. Außerdem verdeutlicht es ihnen, wie schwer teilweise das Überleben für die Tiere im Winter ist. Deswegen werden anschließend gemeinsam mit den Kindern Ideen gesammelt, wie den Wald- und Wiesenbewohnern die harte und kalte Zeit erleichtert werden kann. Futterhäuschen für Rotkehlchen, Blaumeise und Co., Holz- oder Laubhaufen für Igel und Reptilien oder das Anleinen von Hunden im Wald sind nur einige Beispiele. Insgesamt bietet das Programm eine ausgewogene Mischung aus Spiel und Wissen, wie es bei jedem der Programme in der Auwaldstation umgesetzt wird. Die Kinder lernen spielerisch das verantwortungsvolle und bewusste Miteinander mit der Natur im Winter und erfahren, dass es auch für sie selber wichtig ist, genau wie die Pflanzen und Tiere, ab und zu zur Ruhe zu kommen und neue Kraft für das kommende Frühjahr und den bunten und fröhlichen Sommer zu sammeln.
Elisabeth Schumann (Freiwillige des ökologischen Jahres)

Datum: 2017-01-31


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