Rico Gebhardt besucht die Ökostation

Rico Gebhardt besucht die Ökostation Linken-Chef Rico Gebhardt besucht Bornaer Öko-Station
Sommertour-Termin bei Naturschützern / Grüne Stationen des Landkreises sollen
100 000 Euro Förderung bekommen
VON CLAUDIA CARELL, Leipziger Volkszeitung, 26.07.2017

Borna. Nein, seine Sommertour findet nicht nur vor Wahlen statt, sagte Rico Gebhardt. Der sächsische Linken-Landeschef reist derzeit durch den Freistaat. Klinik, Abwasserzweckverband, Firma, Museum und Zwickauer Sachsenring sind diesmal einige Stationen. Das würde er seit Jahren jeden Sommer so handhaben, „um zu erfahren wie’s läuft im Land, wie die Stimmung ist, um neue Dinge kennenzulernen, von Problemen zu hören, Positives wie Negatives mitzunehmen“, meinte der 54-Jährige. Er stammt aus dem Erzgebirge, ist gelernter Koch, Vater von vier Kindern und wohnt in Dresden. Gestern besuchte er die Ökologische Station Borna-Birkenhain.
So viele Linken-Politiker auf einmal hat das Öko-Haus wohl noch nie gesehen. Bornas Oberbürgermeisterin Simone Luedtke, Landtagsabgeordneter Enrico Stange und Bundestagsabgeordneter Axel Troost rückten gemeinsam mit Gebhardt an. Geschäftsführer Martin Graichen stellte den Gästen sein Haus mit 14 Mitarbeitern vor. Sie verdienen ihr Geld vor allem durch klassische Projektarbeit. Wenn zum Beispiel jemand eine Scheune saniert und Fledermäuse per Gesetz umsiedeln muss, begleiten die Biologen aus Borna das. Auch arbeiten sie intensiv mit dem Bergbauunternehmen Mibrag zusammen. Bekannt in der Öffentlichkeit ist die Öko-Station vor allem durch ihre Pflegestation für verletzte Tierkinder und die Umweltbildung. Eine Kollegin mit einer halben Stelle beschäftigte im vergangenen Jahr 3500 Kinder bei Naturerlebnisangeboten.
Naturschützer und Politiker sprachen querbeet über Windräder, Wölfe und Wildverbiss. Auf die Frage zum Hochwasserschutz meinte Graichen, dass generell dieses Thema zu lange vernachlässigt, die Flüsse zugebaut worden seien. Jetzt sei es schwer, dagegen etwas zu machen, „man hat kaum noch Spielraum, es geht oft nur noch mit technischen Lösungen.“
Der 30-Jährige erzählte seinen Gästen, dass Vertreter aller sächsischen Naturschutzstationen kürzlich in Dresden bei einem Fachgespräch waren. Thema war die Förderung solcher Stationen, pro Landkreis sollen 100 000 Euro fließen. Das Geld würde auf die drei Einrichtungen der hiesigen Region aufgeteilt. In Borna-Birkenhain soll damit unter anderem der Projektplatz auf Vordermann gebracht werden. Feuerstelle und Bänke sind in die Jahre gekommen, auch der Bauwagen kann nicht mehr genutzt werden.
Anderthalb Stunden Gespräch und Rundgang. Was er aus diesem Sommertour-Termin mitnimmt? Rico Gebhardt formulierte es so: „Dass es viele engagierte Menschen gibt, die sich in diesem Fall für den Naturschutz einsetzen, und dass es gilt, dies auch von Seiten des Freistaates zu unterstützen.“ Die Biologen und wissenschaftlichen Mitarbeiter der Station würden deutlich schlechter bezahlt, als wenn sie in einem entsprechenden Planungsbüro arbeiten würden, sagte Graichen. Zusätzlich übernehmen sie oft noch Aufgaben in der Umweltbildung oder bei der Pflege von Tieren. Es sei nicht einfach, geeignete Mitarbeiter zu finden.
Der Geschäftsführer resümierte das Treffen positiv: „Es ist immer wichtig, den Dialog zu suchen. Und es hat mich gefreut, dass unsere Einrichtung hier im Fokus stand und wir Probleme und Perspektiven aufzeigen konnten.“ Außerdem würde der Besuch auch zeigen, dass die Arbeit der Öko-Station gewürdigt wird.

Foto: Martin Graichen (r.) zeigt Rico Gebhardt (v. l.), Enrico Stange, Simone Luedtke und Axel Troost die Pflegestation für verletzte Tierkinder. Foto: Paul Taubert

Datum: 2017-07-27


zurück


Am Lerchenberg • 04552 Borna • Tel 034 33 / 74 11 50 • Fax 034 33 / 74 11 80
Email

Datenschutz • Impressum © powered by Server-Team