Ein Minion aus Stroh – Vizeplatz ist Lohn für eine lustige Idee

Ein Minion aus Stroh – Vizeplatz ist Lohn für eine lustige Idee
Sonniger Auftakt mit Donner und Guggemusik: Erntedankfest auf dem Bornaer Marktplatz
VON GISLINDE REDEPENNING

Borna. Pünktlich um 10 Uhr zum sonnigen Auftakt tummelten sich am Sonnabend bereits zahlreiche kleine und große Besucher zum Erntedankfest auf dem Bornaer Marktplatz, wo die Kleingartenvereine der Region ihre Stände mit viel Engagement liebevoll dekoriert und mit umfangreichem Informationsmaterial ausgestattet hatten. Mit kräftigem Donner eröffnete die Privilegierte Schützengesellschaft zu Rötha das Spektakel und weckte die Langschläfer im weiten Umkreis. Manuela Friedrich, Fachdienstleiterin der Allgemeinen Verwaltung, begrüßte in Vertretung von Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke) Aussteller und Gäste mit einem Zitat des amerikanischen Staatsmannes Daniel Webster (1782-1852): „Lasst uns nie vergessen, dass die Pflege der Erde die wichtigste Arbeit der Menschen ist.“ In ihrem großen Garten könne sie jeden Tag für die Ernte danken. „Es ist nicht selbstverständlich, dass Nahrungsmittel Wertschätzung erfahren“, fügte sie hinzu. Gerhard Adamietz, Vorsitzender des Regionalverbands der Kleingärtner der Gebiete Borna, Geithain, Rochlitz und Umgebung, wies auf das umfangreiche Programm hin, das mit Disko- und fetziger Guggemusik der Gwärschläschor untermalt einige Höhepunkte zu bieten hatte. Yvonne Kern, Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes Borna-Geithain-Leipzig, hatte alle Hände voll zu tun. Neben der Betreuung der Wettbewerbe um die schönste Erntekrone und den hübschesten Erntekranz sammelte sie auch Stimmen für eine Petition zur Abschaffung der Gewässerunterhaltungsabgabe, die demnächst dem Sächsischen Landtag übergeben werden soll. Eigentümern und Nutzern von Grundstücken in der Nähe von Gewässern Zweiter Ordnung dürfte kräftig in die Tasche gegriffen werden. Entsteht ihnen durch die Unterhaltung oder Nutzung des Gewässers ein Vorteil, können Gemeinden und Gewässerunterhaltungsverbände eine Abgabe erheben. Das Abwälzen auf eine kleine Gruppe will man jedoch nicht hinnehmen, weil der Erhalt der Kulturlandschaften, so die Begründung, ein gesamtgesellschaftliches Anliegen sei, von dem die Allgemeinheit profitiere. In Borna standen erst einmal erfreulichere Themen auf der Tagesordnung. Nach der Auszählung aller Stimmen wurden in feierlichem Rahmen die schönsten Erntekronen und -kränze ausgezeichnet. Yvonne Kern freute sich besonders, dass die Sächsische Erntekönigin Anja Werner die Erstplatzierten mit ihrem vier Monate alten Ernteprinzen Valentin beglückwünschen konnte. Die rührigen Landfrauen aus Beerendorf sahnten in beiden Kategorien mit deutlichem Vorsprung kräftig ab. Der Stadtgarten Borna landete bei den Kränzen auf dem zweiten Platz. Einen Sonderpreis für Einfallsreichtum hätten Silva Neumann und ihre Enkel Moritz (11) sowie Leonie (14) verdient, die mit ihrer Kronen-Kreation auf Rang zwei rangierten. Sie haben ihr mit blau-gelben Bändern verziertes Schmuckstück aus ihrem Garten in Borna-West auf einem Bollerwagen hergefahren und dazu noch einen witzigen Stroh-Minion gebastelt. Im Rahmenprogramm gab es nicht nur viel Unterhaltsames und lehrreiche Spiele für Kinder. Die Regionalgruppe Südraum Leipzig des Naturschutzbundes (NABU) präsentierte das Gemeinschaftsprojekt „Naturnahes Gärtnern“ mit dem Regionalverband der Kleingärtner. Auch die Ökologische Station Borna-Birkenhain gab einen Einblick in ihre Angebote und Arbeiten.
Leipziger Volkszeitung, 04.09.2017

Datum: 2017-09-05


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